Ein musikalischer Beitrag – August 2021

Psalm 140                                                                                                   Jan Pzn. Sweelinck (1562-1621)

(LiVE Sampleset: Norden, Schnitger)

Vor genau 400 Jahren verstarb der berühmte niederländische Komponist Jan Pieterszoon Sweelinck. Vor der Einführung des Euro war Sweelinck auf der 25-Gulden-Banknote abgebildet.

Der in Deventer geborene Sweelinck wohnte ab dem vierten Lebensjahr in Amsterdam. Dort wurde er später Organist in der Oude Kerk. Sweelinck soll während der sonntäglichen Gottesdienste nie Orgel gespielt haben, weil der Orgel damals sonntags das Schweigen auferlegt war. Ob es wahr ist, was die Menschen damals sagten, weiß ich nicht genau. Wir wissen jedoch, dass er an Wochentagen häufig an der Orgel zu hören war.

Neben Toccaten, Fantasien und Ricercare schrieb Sweelinck auch zahlreiche Choralvariationen. In diesem Monat stehen deshalb Psalmvariationen auf dem Programm. Wir haben entschieden, nicht alle zu veröffentlichen. Uns geht es darum, dass Sie diese "alte" Musik und die Möglichkeiten der unterschiedlichen Stimmungen kennen lernen.

Sweelinck nennt die erste Variation schlicht "Variation 1". In darauffolgenden Epochen beginnt eine Variationsreihe oftmals mit einem vierstimmigen Choral. Das tut Sweelinck so gut wie nie.

In Variation 1 und 2 hören wir die Melodie als Ganzes, ohne Verzierungen im Sopran. Die Gegenstimme zeichnet sich durch eine lebendige Figuration mit üppiger Variation aus. In Variation 1 erkennen wir eine Verdichtung in der Gegenstimme, während in Variation 2 die 16. Bewegung fast konstant ist. Variation 3 ist dreistimmig.

Sweelinck spielte und komponierte in einer Zeit, in der die mitteltönige Stimmung allgemein Usus war. Das ist die Stimmung, die sich durch die vielen reinen Terzen in den gängigen Tonarten auszeichnet. Für diese Aufnahme wählte ich die viertel mitteltönige Stimmung. Erfreuen Sie sich an dieser "alten" Musik.

Herzliche Grüße

André van Vliet

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