Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - Februar 2015

Les Contemplations (Joseph Ascher, 1829-1869)

Joseph Simon Ascher wurde im niederländischen Groningen als Sohn des Vorsängers der jüdischen Gemeinde Groningens geboren. Die Familie zog 1832 nach Groningen um, wo Vater Simon seinen Dienst für die Große Synagoge von London fortführte.

Hier bekam Joseph Unterricht von I.I. Moscheles. Dieser bekannte jüdische Komponist, Dirigent und Pädagoge hatte schon früher Mendelssohn Unterricht gegeben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Joseph Ascher als Lehrling am Konservatorium in Leipzig eingeschrieben wurde, weil Mendelssohn dessen Gründer war.

Nachdem Joseph am Konservatorium sein Diplom bekommen hatte, ließ er sich in Paris nieder. Sein Talent bliebt nicht unbemerkt, und 1849 wurde er von der Kaiserin Eugénie von Frankreich zum Hofpianisten ernannt. Auch am österreichischen und spanischen Hof war er ein gern gesehener Gast und wurde von der früheren Königin Spaniens, Isabella, ausgezeichnet.

Am Ende seines Lebens kehrte er nach London zurück, wo er im Alter von 40 Jahren verstarb. Ascher hat ungefähr 100 Werke mit Opuszahl und mindestens 40 nicht nummerierte Werke hinterlassen.

Das Werk „Les Contemplations“ (Die Reflexionen) wurde von dem englischen Organisten William Joseph Westbrook ursprünglich für Piano und später auch für Orgel bearbeitet. Die so genannte A-B-A-Form wird deutlich erkannt. Die gesangreiche Melodie des ersten Teiles (Takt 3-18) wird später in Takt 35 wiederholt. Wenn wir im mittleren Teil (Takt 19-34) auf einem Klavier spielen, wird empfohlen, an den Außenbereichen eine volle Stimme zu verwenden.

In Bezug auf das Tempo wird von Andante ausgegangen. Um den Zusatz „con moto“ brauchen Sie sich nur wenig zu kümmern. Dies ergibt sich mit dieser romantischen Melodie fast von selbst. Genießen Sie diesen niederländischen Komponisten!

Herzliche Grüße,

André van Vliet