Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - Januar 2022

Bourrée                                                                                                 Johann Sebastian Bach (1685-1750)

(LiVE Sampleset: Dresden, Silbermann)

Zuallererst möchten wir Ihnen - in der ganzen Welt - ein erfolgreiches und musikalisches Jahr 2022 wünschen. Wir hoffen, dass Sie weiterhin Freude am Orgelspiel und insbesondere mit Ihrer Johannus-Orgel haben.

Wir beginnen das Jahr mit einem Werk des größten deutschen Komponisten. Ein Werk, das nicht für die Orgel, sondern für ein anderes Instrument geschrieben wurde. Auch im Januar 2010 und im Oktober 2016 haben wir Ihnen bereits etwas Ähnliches angeboten. Unsere Idee war es, das nochmals zu tun, damit Sie von diesen drei losen Werken eine Suite bilden können.

Diese Komposition ist ein Teil einer der sechs Sonaten / Partitas für Geigensolo. Bach hat sie zwischen 1703 und 1720 geschrieben. Ob er sie jemals in einer Aufführung hörte, ist nicht bekannt. Wir wissen nur, dass sie erst 1802 herausgegeben wurden. Trotz dieser Ausgabe sind sie jedoch alle in Vergessenheit geraten. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden sie durch den Beitrag des bekannten Violisten Joseph Joachim wiederentdeckt. Später wurden diese Kompositionen auch für andere Instrumente bearbeitet wie etwa Gitarre und Laute.

Zufällig habe ich vor einigen Jahren ein Arrangement für Tasteninstrumente gefunden und das hat mich sofort begeistert. Insbesondere nachdem ich mir zuerst eine Aufnahme des Originals angehört hatte. Das für die Orgel zu übersetzen war gar nicht so einfach. Die Suche nach den passenden Harmonien unter Beibehaltung des Charakters war eine Herausforderung. Dennoch ist die Form des alten Hoftanzes (Bourrée) vollständig intakt geblieben.

Als Anleitung für die Registrierung kann ein Concerto als Ausgangspunkt genommen werden. Ein hohes Maß an Klarheit geht Hand in Hand mit einer treffenden Artikulation. Auf dem Hauptwerk Geigenprinzipale 8’, 4’, 2’ und auf dem Brustwerk oder Rückpositiv Flöten 8’, 4’, 2’. Eventuell eine kleine Änderung in der Wiederholung.

Aber auch wenn wir die „Forte“-Stücke nur mit einem Geigenprinzipal 8’ spielen und auf dem anderen Manual eine Flöte 8’ verwenden, bleibt es ein ausdrucksvolles Allegretto.

Genießen Sie es.

André van Vliet