Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - Juli 2016

Méditation religieuse (Charles Gounod) (1818-1983)

Der französische Komponist Charles Gounod wurde als Sohn eines Künstlerehepaars in Paris geboren. Seinen ersten Musikunterricht bekam er von seiner Mutter. Später studierte er unter anderem in Rom, außerdem lebte und arbeitete er fünf Jahre in London. Er kehrte wieder zurück nach Paris und bekam eine Anstellung als Organist und Chordirigent in der Kirche der Missions Etrangères. Er überlegte, Priester zu werden, aber die Anziehungskraft der Musik gewann letztendlich doch. Seine Liste mit Kompositionen ist beträchtlich.

Über das Wie und Warum unserer Méditation religieuse wissen wir eigentlich nur sehr wenig. Offiziell wurde sie geschrieben für: Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompeten, Harfe und Solovioline. Letztendlich wurde dieses Werk vor allem durch die Bearbeitung von Franz Liszt als Klaviersolo bekannt.

In diesem Monat also für die Orgel. Nach einer kurzen Einführung von sechs Takten, in der wir alle zwei Takte ein oder mehrere Register schließen, folgt in Takt 7 eine wirklich wunderschöne Melodie. Die Begleitung, einige stillstehende Akkorde, wirkt vielleicht etwas statisch. Vor allem wenn Sie die Orchester- oder Klavierversion ein paar Mal gehört haben. Eine minimale Bewegung innerhalb der Harmonien kann dann schon viel ausmachen.

Die führende Stimme kann ich mir in verschiedenen Farben vorstellen. So kann ein Geigenprinzipal 8’ sehr viel Ruhe vermitteln. Aber auch eine zarte Zungenpfeife oder eine Kombination aus 8’, (4’) 3’ wäre möglich.

Die Takte 17, 19 und 21 bis 24 verlangen ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit. Ebenso wie 63 bis 71. Aber mit dem richtigen Fingersatz ist das zu schaffen.

Mit musikalischem Gruß

André van Vliet