Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - März 2015

Sonate ré menor (José António Carlos de Seixas 1704-1742)

Carlos wurde in Coimbra (Portugal) geboren. Sein Vater - Organist der Kirche Sé Velha - unterrichtete ihn, und im Alter von 14 Jahren übernahm Carlos die Stellung seines Vaters. Zwei Jahre später zog er nach Lissabon, wo er Organist der Königlichen Kapelle wurde. Diese Aufgabe kombinierte er mit seiner Tätigkeit als Organist der Kathedrale von Lissabon. Sein Leben lang blieb er in dieser Stadt. 1742 starb er an akutem rheumatischem Fieber.

Zeitgenossen zufolge hat Seixas u.a. rund 700 Sonaten geschrieben. Viele Werke sind bei dem Erdbeben von 1755 verloren gegangen. Seine Kompositionen erinnern an den empfindsamen Stil. So wird der Übergang zwischen dem strengen Barock und dem Klassizismus bezeichnet:

- Polyphonie verschwindet in den Hintergrund;

- Formen werden kürzer und einfacher;

- Notation wird exakter, weniger improvisatorisch.

Überraschend ist, dass seine liturgische Musik - verglichen mit der instrumentalen - viel traditioneller ist. Um 1970 wurde in der Kathedrale von Viseu eine komplette Messe von ihm entdeckt.

In diesem Monat also eine der vielen Sonaten dieses wichtigen portugiesischen Komponisten. Drei Teile, wobei angemerkt werden sollte, dass es sich bei dem letzten Teil - wie wir es bei Seixas so häufig sehen - um ein Menuett handelt.

Zeichen wie Bögen und Punkte habe ich weggelassen. In manchen Ausgaben findet man eine Überdosis, während in anderen Büchern wieder überhaupt nichts steht. Lassen Sie es galant klingen, dann machen wir dieser Musik bestimmt alle Ehre.

Herzliche Grüße

André van Vliet