Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - Mai 2016

Nun bitten wir den Heiligen Geist (Dietrich Buxtehude) (1637-1707)

Rundum Buxtehude gibt es einige Undeutlichkeiten. So ist sein genaues Geburtsdatum unbekannt. Außerdem erheben sowohl Deutschland als auch Dänemark und Schweden Anspruch darauf, sein Geburtsland zu sein. Schließlich wissen wir auch nicht genau, wer seine Lehrer waren. Wahrscheinlich erhielt er seinen ersten Unterricht von seinem Vater, der auch Organist war. Aber die allgemeinen Vermutungen, dass auch Lorentz und Tunder seine Lehrer waren, konnten nie bestätigt werden. 1668 wurde Buxtehude Organist der Lübecker Marienkirche.

Es ist bekannt, dass Johann Sebastian Bach zu Fuß (400 Kilometer) anreiste, um Buxtehude spielen zu hören. Er war sehr beeindruckt. Bach hat dazu beigetragen, dass ein Teil des Orgelwerks von Buxtehude erhalten geblieben ist.

Eine lustige Anekdote erzählt, dass sowohl Bach als auch Händel die Möglichkeit hatten Buxtehude nachzufolgen, aber davon abgeschreckt wurden, weil sie sonst die älteste Tochter von Buxtehude heiraten hätten müssen.

Diesen Monat steht eine seiner fünfzig Choralbearbeitungen im Mittelpunkt. Das Lied stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat seinen Ursprung in „Veni Sancte Spiritus“. Dieser Text wurde zunächst nicht nur zu Pfingsten gesungen. Als Luther später noch drei Strophen dazuschrieb und den Heiligen Geist anrief („Du Wertes Licht“ und „Höchster Tröster“) erhielt das Lied eine wichtige Stellung bei den Pfingstfeiern der Lutheraner.

Die Choralbearbeitung von Buxtehude wurde für zwei Manuale und Pedal geschrieben. Die reich verzierte Melodie kommt gut in einer hellen, führenden Stimme zum Ausdruck. Ich habe dazu eine Sesquialtera gewählt. Es können aber auch gut andere Register verwendet werden. Auffallend ist, dass die Zeilen 2, 3 und 4 mit einem kurzen Kanon eingeleitet werden, die Zeile 1 jedoch nicht.

Genießen Sie dieses wunderschöne „Choralvorspiel“. Wir wünschen Ihnen ein schönes Pfingstwochenende!

Mit musikalischem Gruß

André van Vliet