Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - August 2011

bladmuziek met potlood

Liebe Organistin, lieber Organist, wie ich zu diesem Band gekommen bin, weiß ich nicht mehr genau, ich habe die Musik aus diesem Band aber immer mit viel Freude gespielt. Die Seiten sind vergilbt und das Buch fällt auseinander, es bringt jedoch noch immer Freude am Spielen. Auf dem Titelblatt steht handgeschrieben:

Zweites_Band
Orgel_Werke
Niederländischer_Komponisten

Die meisten Namen kannte ich nicht, obwohl einige eine berühmte Orgel in ihrer Obhut hatten. Das Werk, das ich ausgewählt habe, fiel mir sofort auf. Und mithin steht es auch bei Ihnen auf dem Pult. Bruder Lambertus war mir absolut unbekannt. Glücklicherweise stand aber im Buch – und das habe ich lediglich übernommen – wo er gearbeitet hat. Also habe ich mich an das Bischöfliche Institut gewandt und dort hat Bruder Marcus mir besonders freundlich geholfen.

Bruder Lambertus wurde im Jahre 1876 in Groot Zundert geboren. Er arbeitete mit einer Unterbrechung von nur 7 Monaten von 1893 bis 1941 als Musiklehrer und Organist in Huybergen. Zwischen 1941 und 1956 hatte er die Position des Missionsprokuratoren und Organisten der St. Joseph-Kirche in Bergen op Zoom inne. Am 13. August 1956 ist er gestorben. Ob Bruder Lambertus noch mehr Werke geschrieben hat, wissen wir nicht. Wir wissen wohl, dass er ein angenehmer und feuriger Mensch und ein besonders guter Organist war.

Wenn wir sein Werk spielen, wundert es uns nicht, dass Bruder Lambertus als “feurig” beschrieben wird. Ein “Con fuoco” wäre hier angebracht gewesen. Eine festliche Komposition in A-B-A-Form. Teil B fängt einstimmig an und erinnert mich zunächst an eine Fuge. Im 2. Takt können wir diesen Gedanken jedoch fallen lassen.

Das Werk kann auf jedem Orgeltyp gut gespielt werden. Und was die Registrierungsvorschriften betrifft, sind so viel Kombinationen möglich, das wäre zu viel um hier aufzulisten. Denn, ob Sie an die “forte” Teile von einem Plenum aus, in Verbindung mit “piano” Fragmenten auf Flötenbasis denken, oder ob Sie eher eine dunkelbraune französische Vorgehensweise mit einem leisen Zungenwerk auf der 3. Klaviatur bevorzugen, die Kraft dieses Werkes ist so sicher wie das Amen in der (bischöflichen) Kirche.

Wir danken Bruder Marcus für seine Hilfsbereitschaft und ich verspreche Ihnen, dieses Buch nochmals durchzublättern und Sie von eventuellen anderen Entdeckungen auf dem Laufenden zu halten.

Ihr André van Vliet