Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - Mai 2013

Marcia Festiva (M.E. Bossi, 1861-1925) - Der italienische Komponist Marco Enrico Bossi ist international bekannt für seine Orgelkompositionen. Im Land der Oper versucht er, auch auf Nicht-Oper-Kompositionen aufmerksam zu machen. Seine Inspiration holt er sich u.a. bei Mendelssohn, Schumann, Liszt, Brahms und Reger.

Er bekommt als kleiner Junge Unterricht von seinem Vater und studiert später am Konservatorium in Mailand. Im Alter von 20 Jahren wird er Organist der Kathedrale von Como. Später übernimmt er die Funktion des Dozenten am Konservatorium von Neapel und bekleidet anschließend die Funktion des Direktors am Konservatorium von Venedig, Bologna und Rom.

Auf seinen zahlreichen internationalen Tourneen traf er auf Organisten wie César Franck, Marcel Dupré und Karl Straube. Ende 1924 zog er für Konzerte u.a. nach New York und Philadelphia. Auf der Rückreise verstarb er unerwartet auf See.

Das Werk, das diesen Monat im Mittelpunkt steht, schrieb er um 1900, als er in Venedig arbeitete. Es stammt aus einer Reihe von 10 Kompositionen. Wir können hier deutlich die klassische Form erkennen.

Der Marsch eröffnet kräftig und feierlich. Dieses Thema zeigt sich erneut in Takt 42 und 83. Nur beim ersten Mal geht er kurz mal rechts zu einem anderen Klavier, während es links bei dem Hauptwerk als Solo-Stimme bleibt. Da diese 3 Takte manualiter sind, ist es notwendig, hier zu registrieren.

In Takt 20 nehmen wir die Stärke etwas zurück. Etwaige 16’ Register dürfen geschlossen werden, dies aufgrund der Deutlichkeit beim angespitzten Motiv. Etwas, was sich erneut in Takt 74 zeigt.

Recht unerwartet kommt Bossi in Takt 50 mit einem Choral aus 8 Takten. Der unerwartete Effekt wird mitverursacht durch die neue (parallele) Tonart As-Dur. Es empfiehlt sich, das Tempo beizubehalten, denn nach 8 Takten wiederholt sich dieser Choral, nun jedoch mit einer spitzen Begleitung. Die Melodie ertönt noch ein drittes Mal, dieses Mal mit Pedal und in f-moll, aber ohne Anpassung der Melodie.

Mit einer leicht veränderten Schlusszeile kommt Bossi in Takt 83 wieder in der Tonart C-Dur zurück. Und mit dem Material aus Takt 20 weiß er bis Takt 95 zu beeindrucken. Dort hören wir den Choral noch einmal.

Sowohl dieser Marsch als auch sein Komponist verdienen Aufmerksamkeit. Es schmeckt, was mich betrifft, nach mehr.

Herzlicher Gruß,

André van Vliet