Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - September 2012

Festprälude „Heil Dir im Siegerkranz“ (William Valentin Volckmar, 1812-1887) - Als Schüler seines Vaters (der seinerseits wiederum Schüler des bekannten Organisten Johann Gottfried Vierling war) wurde der junge William Musiklehrer in Homberg. Dieser Stadt ist er bis zu seinem Tode treu geblieben. Als Orgelvirtuose unternahm er zahlreiche Konzertreisen. Man lobte ihn für sein meisterliches Pedalspiel und seine Improvisationen. Er war u.a. mit Franz Liszt und Johann Töpfer befreundet.

Als Komponist schrieb er u.a. 20 Orgelsonaten und 2 Symphonien. Darüber hinaus veröffentlichte er aus eigener Feder das Buch „Harmonielehre“ und eine „Musikanleitung“. Als Herausgeber setzte er sich für alte und neue Meister ein. Er fand es äußerst wichtig, dass Orgelschüler gute Musik vorgesetzt bekamen. Dieses Ziel versuchte er mittels eigener Kompositionen und bestehender Werke zu erreichen.

Diesen Monat also eine Festprälude über einen bekannten Choral. Das Stück eröffnet großartig mit einem Dialog zwischen 2 Klavieren. Als Mittelteil eine Fuge, die uns langsam, aber sicher wieder Richtung Takt 87 bringt. Und dort erkennen wir den Charakter der Eröffnung wieder. Auffällig ist, dass erst in Takt 99 erstmals die Melodie in einer Dreiteilung vorkommt. Und bevor wir denken, dass der gesamte Choral voll ausgeschrieben ist, stehen wir schon wieder vor dem 4/4-Takt und gelangen wir über ein paar große Akkorde zum Schlusstakt.

Was die Registratur betrifft, können wir uns an die dynamischen Zeichen halten. Unabhängig vom Orgeltyp. Die Außenteile dürfen durchaus mit einiger Prahlerei gespielt werden, während der Spannungsbogen der Fuge (Takt 29 bis einschließlich 78) am besten herauskommt, wenn wir etwas zurückhaltender spielen.

Ein prächtiges Werk eines recht unbekannt gebliebenen Komponisten. Dessen Ziel wir von ganzem Herzen unterstützen.

Mit herzlichen Grüßen,

André van Vliet