Sheet music

Ein musikalischer Beitrag - September 2013

Heil Dir im Siegeskranz (Johann Christian Heinrich Rinck, 1770-1846) – Vor genau 5 Jahren wurde die erste musikalische Beitrag angeboten. 5 Jahre später präsentieren wir also die 61. Grund genug, um diesen Monat ein etwas umfangreicheres Werk anzubieten. Den Komponisten kennen Sie bereits. Im Januar 2012 stand er schon einmal bei uns im Mittelpunkt.

Als indirekter Schüler von J.S. Bach (er genoss nämlich Lehrstunden bei Kittel, der seinerseits Schüler von Bach gewesen war) wurde ihm die Liebe für das „Choralvorspiel“ vermittelt. Als Zeitgenosse von Mozart und Beethoven hat er den Barockkontrapunkt mit der neuen Welt der Wiener Klassiker verbunden. Er versteht es, seine Variationen weniger streng und mit einem galanten Stil zu gestalten. Mit seinen Lehrstunden und Kompositionen (darunter auch eine Orgelmethode) hat er einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung und Qualitätsverbesserung der deutsch-protestantischen Orgelmusik geleistet.

Diesen Monat „Variationen“ zum früheren deutschen und dem heutigen englischen Volkslied. Eine dankbare Melodie, die – wie Rinck uns zeigt – viele Möglichkeiten bietet.

Registrierungsvorschriften: In der Originalversion bietet uns Rinck keine Handreichung. In dem Wissen, dass es „die richtige“ Registrierung nicht gibt, zähle ich dennoch einige Möglichkeiten auf.

 

Thema:Takt 1-6: Prinzipal 8’, 7-10: Flöte 8’, 11-14: Prinzipal 8’. Wenn die Flöten 8’ der verschiedenen Klaviere einen hinreichenden eigenen Charakter haben, ist auch dies eine Möglichkeit.
Var. 1:Mit dunklen Farben (gegebenenfalls einer 16’), Takt 7-10: Flöte 8’ und 4’.
Var. 2:Manual: Flöte 8’ und Pedal: 16’+ 8’; oder Manual: Flöte 4’ und Pedal: auf 8’er Basis.
Var. 3:Zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielsweise rechte Hand 8’+2’ und linke Hand kleine Zungenstimme. Umgekehrt ist auch möglich.
Var. 4:Ein kräftiger Klang. Mit dem Flötenchor oder Prinzipalenchor möglich. Gegebenenfalls mit 3’.
Var. 5:Ganz und gar für Zungenstimmen gedacht. Ich selbst verwende nur 8’er Labialen.
Var. 6:Flöte 8’ mit oder ohne Gamba oder Salicional. Ab dem 3. System stehen Vorschriften in der Partitur (aus dem Original).
Finale:Stärker als der Schluss von Var. 6. Takt 176 ganz klein mit einem einzigen Flötenregister. Takt 187 und 203 ebenso. Es ist reizvoll, unterschiedliche Gestaltungen auszuprobieren.

Die oben angegebenen Ausschmückungen in der Partitur bieten eindeutig einen galanten Stil. Daher ist es empfehlenswert, sich eingehend diesem Thema zu widmen. Mir selbst hilft es immer wieder, mir den Fingersatz zu notieren. Besonders bei den schnelleren Passagen.

Wir wünschen Ihnen mit diesen Variationen viel Vergnügen.

Wir wünschen Ihnen mit diesen Variationen viel Vergnügen.

Mit herzlichem Gruß,

André van Vliet